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Bremen hat eine neue Marktmeisterin



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Freimarkt, das sind 17 Tage, in denen auf der Bürgerweide ein wummerndes Gewusel losbricht. Wenn Achterbahnfahrer kreischen, Bässe dröhnen, Lichter blitzen und Ansager die Besucher zu den Fahrgeschäften rufen, heißt es für Mareike Barthels: Ruhe bewahren. Das, sagt Bremens neue Marktmeisterin, sei das Wichtigste in ihrem neuen Job.

Wo die Bremer während der fünften Jahreszeit ihre Runden drehen, Freunde treffen, essen oder Karussell fahren, hat Barthels in den kommenden Wochen ihren Arbeitsplatz. Neu ist das alles nicht für sie. Schon als Stellvertreterin ihres Vorgängers Raimund Klug hat die Bremerin drei Jahre lang die Planung und Aufsicht auf dem Freimarkt mitgestaltet. Seitdem Klug im Standesamt arbeitet, ist Barthels die erste Ansprechpartnerin, wenn es um den Freimarkt, die Osterwiese oder den Weihnachtsmarkt geht.

Jeder Jahr ein neues Bild

Bis zum Start der 981. Auflage des Freimarkts müssen hinter dem Hauptbahnhof 322 Buden, Fahrgeschäfte und Zelte aufgebaut werden. Damit jeder weiß, wo er hingehört, haben Barthels und ihre Kollegen die Stellplätze mit weißer Farbe auf das Pflaster der Bürgerweide gepinselt. Dabei muss die Anordnung auf dem 100 000 Quadratmeter großen Areal immer wieder neu gestaltet werden. „Wir versuchen, den Besuchern jedes Jahr ein neues Bild zu präsentieren“, sagt Barthels. Rund um den Roland muss sie parallel darauf achten, dass auch beim Aufbau des kleinen Freimarkts alles seine Ordnung hat.

Bremens größtes Volksfest wird immer beliebter, das gilt für Schausteller und Besucher gleichermaßen. Seit Jahren melden sich viel mehr Buden- und Karussellbetreiber an, als am Ende zugelassen werden können. Vier Millionen Besucher werden auf der Bürgerweide erwartet. Noch geht es dort ruhig zu. „Es läuft alles nach Plan“, sagt Barthels gelassen. Die ersten Fahrgeschäfte und Buden stehen zwar schon, der große Ansturm beginnt aber erst am Montag. Nachdem am Sonntag der Cannstatter Wasen in Stuttgart und der Oldenburger Kramermarkt zu Ende gegangen sind, startet die heiße Phase des Freimarkt-Aufbaus.

„Apollo 13“ zum ersten Mal in Bremen

Wie am Fließband muss Barthels dann Stellplätze zuweisen, sicherstellen, dass Leitungen fachgerecht verlegt werden und dabei immer ein offenes Ohr für die Schausteller haben. Deren Anliegen drehen sich in diesen Tagen vor allem um den Platz: ein Stück weiter nach links, einen Meter weiter nach vorne. Aber am Ende, da ist sich Barthels sicher, werden alle zufrieden sein. Den Freimarkt kennt die neue Marktmeisterin schon ihr ganzes Leben lang.

Früher, als Kind, sauste sie mit ihrem Vater durch die Kurven der Wilden Maus. Heute bestimmt die 31-Jährige, wo das Fahrgeschäft aufgebaut werden darf. Die meisten Schausteller kommen seit Jahren auf den Freimarkt, das Themenkarussell Apollo 13 ist zum ersten Mal in Bremen zu Gast. Und das ist nichts für schwache Nerven: Mit Kräften von 4G werden die Fahrgäste in den Sitz gedrückt, während sie in 55 Metern Höhe herumwirbeln. „Das ist mir mittlerweile zu viel“, sagt Barthels. „Karussellfahren geht für mich heute nur noch ohne Überschlag.“

Wenn der Freimarkt zu Ende geht, die Schausteller einpacken und auf der Bürgerweide wieder Ruhe einkehrt, beginnen für Barthels schon die Planungen für das nächste große Fest: Am 21. November startet der Weihnachtsmarkt.

Von Jan Oppel


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