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„Bremen ist eine echte Partyinsel“





Moderator, Schauspieler und Regisseur Dirk Böhling ist unter Kennern der Party- und Schlagerszene kein Geheimtipp mehr. Im Interview spricht er darüber wie er als Roland Bremer nun Bremen erobern will.

Sie geben den überzeugten Bremer und haben jetzt auch eine Hymne für Ihre Heimatstadt geschrieben. Wieso kennen Sie bislang nur echte Insider?

Volle Absicht. Ich habe mich Anfang der 90er nach Mallorca abgesetzt, um mit meinen guten Kumpels Micki Krause und Jürgen Drews die dortige Partyszene aufzumischen. Ich habe dort viele bekannte Sachen unter Pseudonym und als Ghostwriter für alle möglichen Kollegen geschrieben, und das soll auch so bleiben. Außerdem haben mich das gute Wetter und meine Flugangst auf der Insel festgehalten. Als echtes Kind der Waterkant bin ich ja viel lieber per Schiff unterwegs. Aber von Palma de Mallorca nach Bremen ist übers Wasser eine echt komplizierte Verbindung. Umso mehr freue ich mich, mit meinem neuen Hit „Stadt – Land – Fluss“ jetzt hier zu sein.

Cooler Typ, heißes Outfit: Roland Bremer posiert im Speckflaggen-Anzug in der Langenstraße. (Christina Kuhaupt)

Sehen Sie das musikalisch und textlich als großen Wurf?

Aber hallo! Das setzt eine völlig neue Marke und füllt eine klaffende Lücke im Repertoire der Stadt. „Wo die Weser einen Bogen macht“ ist ja noch aus Kaisers Zeiten, und Sachen wie „Lebenslang grün-weiß“ konzentrieren sich aufs Thema Fußball. Die letzte reine Bremen-Hymne hat in den 70er-Jahren Heinz Eckner gesungen, der lustige kleine Dicke neben Rudi Carrell. Das Stück hieß „In Bremen lässt sich‘s leben“ und kam eher volkstümlich mit reichlich Blasmusik daher. Im Grunde sehr unbremisch. Die Zeit war jetzt einfach reif für eine frische musikalische Brise.

Ist das noch deutscher Schlager oder schon Popmusik?

Wir haben mit „Stadt – Land – Fluss“ die erste echte Brücke zwischen Campino und Helene Fischer gebaut. Das ist ein richtig großer Wurf, ganz klar. Ich nenne es Rockschlager. Muss ja auch zu Bremen passen, also nicht so ein Schicki-Micki-Bufta. Weniger Schampus, mehr Bier. Man muss sich was treuen, neue Wege gehen und vor allem positiv bleiben. Über Bremen wird nämlich nur in Deutschland schlecht geredet. Ich kriege das ja bei meinen Tourneen in aller Welt mit. Da kennt jeder die Stadtmusikanten. Und die Speckflagge finden alle toll. Darum habe ich mir auch direkt den schönen Anzug draus schneidern lassen. Dann noch die rosarote Brille aufgesetzt und ab geht die Post. Denn der Bremer kann feiern: Freimarkt, Samba-Karneval, Kohlfahrten, Sechs-Tage-Rennen, Breminale. Im Grunde ist hier doch die Partyinsel und nicht auf Mallorca.

Investigative Frage: Wer ist wir?

Ich und Andreas Gräser, der spielt hauptberuflich bei Howard Carpendale Gitarre, aber in Künstlerkreisen kennt und hilft man sich. Ich bin ja super vernetzt und so.

Schlagerstar Roland Bremer. (Christina Kuhaupt)

In Sachen Partyinsel Bremen können Sie aber nicht aus aktuellen Erfahrungen schöpfen, oder?

Ich war auch in den vergangenen Jahren immer mal inkognito in Bremen. Aber klar: Das Bremer Lebensgefühl schöpfe ich auch aus meiner Jugend in den 80er-Jahren. Ich bin ja in Peterswerder groß geworden – genau zwischen Stadion und Viertel. Da war immer was los.

Und wie lebt Roland Bremer privat?

Glaubt man jetzt nicht, aber ganz solide mit meiner Franziska aus Delmenhorst und ihren drei Möpsen. Ohne Franzi wär ich sowieso aufgeschmissen. Sie berät mich zum Beispiel in allen modischen Fragen. Das ganze ansprechende Outfit war ihre Idee. Sie weiß eben, was Mädels mögen, denn ganz klar: Als Schlagersänger muss man schon die unerfüllten Sehnsüchte der Damen bedienen. Und da kennt sich die Franzi wegen mir ziemlich gut aus.

Das Gespräch führte Timo Thalmann.

Zur Person:

Roland Bremer wurde 1964 geboren und ist unter Kennern der Party- und Schlagerszene kein Geheimtipp mehr. Beim Freimarkt will Bremer nun Bremen erobern, dabei nimmt sich Roland Bremer im Interview selbst auf die Schippe. Bremer Insider haben ihn sicherlich erkannt: Hinter Roland Bremer steckt Moderator, Schauspieler und Regisseur Dirk Böhling. Sein Lied „Stadt – Land – Fluss“ steht im ­iTunes-Store zum Download bereit.


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