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Locker-leichter Fassanstich





Zum 982. Mal heißt es wieder „Ischa Freimaak!“ in Bremen und Bürgermeister Carsten Sieling hat diesen zünftig mit einem Fassanstich eröffnet.

Als hätte er nie etwas anderes gemacht. Zack, zack – mit zwei lockeren Schlägen, roter Schürze vor dem Bauch und einem Lächeln im Gesicht hat Bürgermeister Carsten Sieling am Freitagabend den Zapfhahn ins Bierfass gestochen. Das sah schon fast zu entspannt und leicht aus. Aber der Gerstensaft floss, die Gläser füllten sich, und der 982. Bremer Freimarkt ist eröffnet. Bei dem alljährlichen Ritual mit dem dreimaligen „Ischa Freimaak“-Ruf im Bayernzelt auf der Bürgerweide fiel bei strahlendem Sonnenschein offiziell der Startschuss für das größte Volksfest Norddeutschlands. Kurz zuvor war mit Xenia Rogahn die neue Miss Freimarkt gekürt worden. Nun darf bis zum 29. Oktober im Duft von Schmalzkuchen, Bratwurst und gebrannten Mandeln über die Bürgerweide gebummelt werden.

Zwei Schläge, dann lief das Bier: Bürgermeister Carsten Sieling (links) beim Fassanstich. (Frank Thomas Koch)

„Es ist eine Ehre und eine Ehrensache für mich“, sagte Sieling noch kurz vor dem Anstich. Und er schien heimlich geübt zu haben, da es immerhin seine Premiere am Bierfass war. Denn eigentlich kommt Innensenator Ulrich Mäurer die Ehre zuteil, den Zapfhahn ins Bierfass zu schlagen. Was dieser auch in den vergangenen acht Jahren gemacht hatte. Doch seit diesem Jahr liegt die Zuständigkeit für das Marktwesen nicht mehr beim Innen-, sondern beim Wirtschaftssenator. Demnach hätte also Martin Günthner mit dem Holzhammer auf der Bühne gestanden und den Startschuss für das Volkfest gegeben. Doch im Rathaus entschied man sich anders, und Sieling bekam die Brauerschürze umgehängt.

Miss Freimarkt freut sich auf Veranstaltungen

Während beim Oktoberfest vor dem ersten Fassanstich kein Tropfen Bier ausgeschenkt wird, trinken die Besucher in der Bayernfesthalle in Bremen schon munter einen Humpen nach dem anderen. So konnte der Bürgermeister auch gleich den auf Bänken stehenden Partygästen in Dirndln und Lederhosen zuprosten. Für Sieling gehört der Freimarkt zu Bremen wie der Roland oder das Rathaus. Auf die Frage von Moderator Dirk Böhling, was für ihn das Schönste am Volksfest sei, erinnerte er sich an seine erste Fahrt im Autoscooter.

Hoch die Tassen im Bayernzelt. (Frank Thomas Koch)

Die sichtlich aufgeregte neue Miss Freimarkt, Xenia Rogahn, freut sich hingegen am meisten auf die vielen Veranstaltungen, zu denen sie eingeladen wird. Die 18-jährige Abiturientin ist in Bremen zur Welt gekommen und hat sich gegen 32 andere Kandidatinnen durchgesetzt. Sie soll nun dem Freimarkt ein Gesicht geben und das große Bremer Volksfest repräsentieren. Beim Freimarktsumzug am 21. Oktober führt sie die Fußgruppen und Umzugswagen an.

Hoffnung auf friedliches und fröhliches Fest

Bereits um 16 Uhr hatten die Bremer Schornsteinfeger auf dem Marktplatz dem Roland ein großes Lebkuchenherz umgehängt. Der Präsident der Bremischen Bürgerschaft, Christian Weber, gab offiziell den Startschuss für den Kleinen Freimarkt rund um das Rathaus. Auf der Bürgerweide setzten sich zeitgleich die Karussells, Geisterbahnen und Fahrgeschäfte in Bewegung. „So etwas Schönes wie den Freimarkt finden Sie nur in der Freien Hansestadt Bremen“, sagte Weber, der den Freimarkt 20 Jahre irrtümlicherweise jünger machte und mehrfach von der 962. Auflage sprach. Luftballons stiegen über dem Rathaus in die Luft, und die Besucher probierten Bier, Bratwurst und Brezeln. Weber äußerte die Hoffnung, dass in Zeiten wie diesen ein friedliches und fröhliches Fest gefeiert wird. „Wir freuen uns, dass Hundertausende in unsere Stadt kommen“, sagte er.

Miss Freimarkt Xenia Rogahn und Inbev-Chef Helgi Tómasson. (Frank Thomas Koch)

In diesem Jahr sind insgesamt 327 Schausteller am Freimarkt beteiligt, sie präsentieren Neuheiten wie das nach Veranstalterangaben höchste transportable Looping-Karussell der Welt. Neben zahlreichen Fahrgeschäften und Imbissbuden sind wie immer mehrere Partyzelte aufgebaut. Als einer der Höhepunkte gilt der Umzug am 21. Oktober, der zum 50. Mal organisiert wird. Die Veranstalter erhoffen sich rund vier Millionen Besucher.

Von Pascal Faltermann


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