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Mutter und Tochter unterwegs auf dem Freimarkt





Das Allerwichtigste auf dem Bremer Freimarkt sind die Schmalzkuchen. Die sind einfach gut, findet Lara Hartwich. Gleich der erste Stand musste es sein. In der Hand hält sie nun die Tüte mit dem warmen Gebäck, das sie sorgfältig mit einem Holzspieß aufspießt und glücklich verspeist. Dabei beobachtet sie verzückt die Stände, die sich in der Nachbarschaft dicht an dicht aneinanderreihen. Zusammen mit ihrer Mutter Melanie bummelt die Sechsjährige über den Freimarkt.

„Das muss einfach jedes Jahr sein“, sagt Melanie Hartwich. Natürlich kostet der Spaß einiges an Geld. Auch heute darf die Mutter wieder tief in die Taschen greifen. „Mit Kind zahlt man schon zwischen 50 bis 60 Euro“, sagt sie. Schließlich müssen die Fahrgeschäfte doppelt bezahlt werden, wenn Kind und Mutter zusammen fahren wollen. Auch Hartwich ist als kleines Mädchen oft über den Freimarkt gelaufen. Faszinierend für sie waren vor allem immer die Spielestände. Lara geht es ähnlich.

Melanie Hartwich und Tochter Lara haben jede Menge Spaß auf dem Freimarkt. Foto: Christina Kuhaupt

Nachdem die Schmalzkuchen verputzt sind, geht es weiter. Lara hat die Geisterbahn entdeckt. Da muss sie natürlich unbedingt einmal mitfahren, vor allem dann, wenn „echte“ Geister da drin ihr Unwesen treiben. Aber da sollte man doch lieber noch einmal auf Nummer sicher gehen. Das Alter spielt schließlich auch eine Rolle und eine Geisterbahn mit echten Menschen? Ist das überhaupt was für kleine Damen? „Nicht, dass danach keiner mehr schlafen kann“, sagt Hartwich schmunzelnd. Doch bis zur Geisterbahn ist es noch ein Stück. Nächster Halt ist vorerst bei der Matchbox. Dort knallt es bereits ordentlich. Luftballonfetzen fliegen, als Lara drei Ballons mit den Pfeilen erwischt. Als Gewinn darf sie sich ein kleines rosa Einhorn mitnehmen. Dann geht es auch schon weiter, denn der Freimarkt hält noch einige Überraschungen bereit.

Doch so bunt und verlockend das Angebot auch ist, man kann nicht alles ausprobieren. Denn auch wenn die Kleine ihre Mutter immer wieder fragt, ob sie nicht noch dies und das ausprobieren können, muss sie sich schließlich entscheiden. Drei bis vier Wünsche hat Lara frei. Dass das nicht ganz einzuhalten ist, ist ihrer Mutter bewusst. „Aber man muss eben eine Grenze setzen“, erklärt sie.

Schließlich stehen Mutter und Tochter vor dem Daemonium. „Wenn die mit echten Menschen ist, dann gehen wir da nicht rein“, hatte Hartwich noch verkündet. Aber dann sitzt sie doch mit Lara in einem der Waggons der Geisterbahn und verschwindet im Dunkeln. Von den „lebenden“ Geistern zeigt sich Lara unbeeindruckt. „Die Fahrt war gut, aber zu kurz“, sagt sie. Und wer hat am meisten geschrien? Demonstrativ und ohne zu zögern zeigt die Kleine auf die Mutter.

Nach der Geisterbahn geht es wieder etwas kindgerechter zu. Was eignet sich besser, als kleine gelbe Quietscheentchen zu angeln? Nach zehn Enten, einem goldenen Schwert als Gewinn und einer kleinen Autofahrt im „Schnauferl“ spazieren die beiden weiter. Die Auswahl der Angebote ist jedoch für ein sechsjähriges Mädchen wie Lara nicht ganz einfach. „Für einige Karussells wird sie zu groß und für andere ist sie einfach noch viel zu klein“, sagt Hartwich. So zum Beispiel für die Wilde Maus.

Aber ein goldener Mittelweg ist schnell gefunden: Beim Loseziehen freut sich Lara über ein kleines weißes Einhorn. Das darf gleich darauf eine Runde im „Happy Sailor“ drehen. Den Namen trägt das Fahrgeschäft nicht umsonst. „Das Karussell ist immer noch zu langsam“, findet Lara, aber trotzdem war er bisher am besten. Getoppt wird das Karussell nur noch von der „Happy Family“.

Bevor es zum Abschluss noch einmal ins Kettenkarussell geht, gibt es eine Portion Rossbratwürstchen. Und das, obwohl Lara Einhörner mag. Das sind schließlich auch Pferde. Aber dem Genuss können weder Lara noch ihre Mutter widerstehen.


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