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Ohne die Familie geht es nicht



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Kinder zu später Stunde im Western Saloon? Nein, Marcel Kutschenbauers vierjährige Tochter und der fünfjährige Sohn liegen brav im Bett, trotzdem muss der Betreiber des Freimarkt-Ausschanks abends nicht auf den Nachwuchs verzichten. Denn seine Kids lächeln ihn von gemalten Porträts aus an, beide im Western-Look gestylt, genauso wie die Schauspieler Christoph Waltz und Don Johnson. Letztere sind mit Bildern aus ihren Rollen im Tarantino-Film „Django Unchained“ vertreten: „Den Western fand ich richtig gut“, verrät Marcel Kutschenbauer. Ebenfalls immer im Blick: das Bild seines Großvaters im Cowboy-Outfit. „Von ihm habe ich den Western Saloon vor sechs Jahren übernommen“, erklärt Kutschenbauer.

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Seine Familie ist bereits in fünfter Generation Schausteller und betreibt unter anderem weitere Schankstände und einen Autoscooter – eine Ahnin besaß sogar einen Zirkus. Neuestes Geschäft: die Schokoladenmanufaktur Chalet de Chocolat, die Marcel Kutschenbauer in diesem Jahr mit seiner Lebensgefährtin Nicole Rauwald aus der Taufe gehoben hat. „Es kam für mich nie infrage, beruflich etwas anderes zu machen“, so der 32-Jährige. „Ich hänge an dem Betrieb und finde es schön, mit der Familie zusammenzuarbeiten. Bei unseren Arbeitszeiten würde man sich ja sonst gar nicht sehen. Man muss sich aber schon gern haben“, sagt er schmunzelnd. Es ist eben manchmal eine Herausforderung, während der Jahrmärkte im Wohnwagen auf kleinem Raum zusammenzusein.

Der Freimarkt erlaubt es jedoch, zwischendurch auch mal nach Hause zu fahren, denn Familie Kutschenbauer lebt in Delmenhorst. „Schausteller ist ein schöner Beruf“, findet Marcel Kutschenbauer. „Man muss zwar viel Zeit und Engagement einbringen, wenn man gut sein will, aber dafür genießt man ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Freiheit. Wenn ich spät abends noch die Abrechnung und die Bestellungen für den nächsten Tag mache, ist das zwar anstrengend, aber generell wird es nie langweilig.“

Eine wichtige Jobanforderung ist es, immer freundlich zu den Besuchern zu sein. „Wir arbeiten da, wo andere Spaß haben wollen. Unsere Gäste sollen einen schönen Besuch erleben.“ Das hat Marcel Kutschenbauer von seinen Eltern so gelernt. Was war ihr Geheimnis, um ihn für die Arbeit im Familienbetrieb zu begeistern?

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„Man hilft natürlich früh mit und wird so ans Geschäft herangeführt. Meine Eltern waren einerseits eher streng, wenn es darum ging, dass wir Kinder vor den Gästen einen guten Eindruck machen“, erinnert er sich. „Andererseits glaube ich, dass Schaustellerkinder oft früher als andere eigene Autos oder Motorräder fahren – als Zeichen der Eltern, dass sich der Einsatz lohnt.“ Seine Kinder sind jedenfalls auch jetzt schon von allem, was fährt, schwer begeistert …

Von Antje Wilken


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