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Polizei erhöht Präsenz auf dem Freimarkt



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Die Polizei erhöht ihre Präsenz auf dem Bremer Freimarkt. Wenn vom 14. Oktober bis zum 30. Oktober auf der Bürgerweide die 981. Auflage des Volksfestes ansteht, werden wesentlich mehr uniformierte Beamte das Bild prägen als in den Jahren zuvor. Damit verbunden sind zusätzliche Kontrollen, teilt Polizeisprecher Nils Matthiesen mit. Zur Anzahl der eingesetzten Kräfte wollen weder die Innenbehörde noch die Polizei aus sicherheitstaktischen Gründen Angaben machen.

Neben der Besetzung der Stadthallenwache sollen zusätzliche Interventionskräfte und Zivilkräfte im Einsatz sein. Doch das sind nicht die einzigen Maßnahmen, die in diesem Jahr getroffen werden. Ordnungspersonal des Sicherheitsdienstleisters Elko an den Eingängen, veränderte Einlassregeln in der Halle 7 mit einem strikten Taschen- und Rucksackverbot sowie eine reduzierte Zahl der Ein- und Ausgänge zur Bürgerweide kommen hinzu. Die dadurch neu anfallenden Kosten wird das Stadtamt tragen. Die klare Botschaft: Die Sicherheit wird erhöht.

Täglich bewertet die Polizei mit der Innenbehörde die aktuelle Sicherheitslage. Auch in den vergangenen Jahren hatte sich die Behörde mit Stadtamt, Polizei und Schaustellern im Vorfeld des Freimarkts zusammengesetzt und die Situation besprochen. Die Anschläge in den vergangenen Monaten zum Beispiel in München oder Ansbach, die Bluttat in Frankreich oder die Gefahr islamistisch motivierter Anschläge hatten in Bremen jedoch eine Anpassung erfordert. Auch die Gewalt gegen Frauen in der Silvesternacht in Köln waren Thema im Rahmen der „AG Sicherheit für die Bremischen Märkte“. Die Behördenvertreter betonen zwar stets, dass in Bremen keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung vorliegen, dennoch habe es eine Reaktion auf die veränderte abstrakte Sicherheitslage geben müssen.

Nur noch fünf statt 13 Eingänge 

Von 13 auf fünf sind die Eingänge zum Freimarkt reduziert worden, die anderen Wege sollen nur noch als Notausgänge genutzt werden. An den fünf Eingängen sowie an den Notausgängen werden laut Polizei in diesem Jahr private Sicherheitskräfte stehen, die als Ansprechpartner für Besucher fungieren und ein Auge auf stark alkoholisierte oder aggressive Besucher haben sollen. Zwar dürften sie die Besucher ansprechen, wenn ihnen etwas auffällt, aber Personen aufzuhalten oder gar zu kontrollieren sei Aufgabe der Beamten. In diesen Fällen gebe es einen engen Kontakt, teilt Sprecher Matthiesen mit.

Da die Zahl der Taschendiebstähle in den vergangenen Jahren stark angestiegen ist, empfiehlt die Polizei, besonders darauf zu achten, Portemonnaies und andere Wertsachen in verschlossenen Taschen eng am Körper zu tragen. Waren es im Jahr 2014 noch 20 Taschendiebstähle, registrierte die Polizei 2015 rund 70 Delikte.

Auf dem Freimarktgelände sind Hunde, Waffen, Fahrräder und Glasflaschen nicht erlaubt. Bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld von bis zu 2500 Euro. Allein 2100 Verfehlungen dieser Marktordnung hat die Polizei im vergangenen Jahr registriert. Hinzu kamen rund 2000 Verkehrsdelikte wie beispielsweise falsches Parken oder das Versperren von Ausgängen. Damit die Zufahrtmöglichkeiten für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge gewährleistet werden können, erfolgen konsequente Überwachungsmaßnahmen. Auf dem Veranstaltungsgelände und in der Halle 7 ist zudem das Tragen von Kutten, mit Abzeichen und Emblemen von Motorradgruppierungen, verboten.

In der Halle 7 wird es erstmals ein Taschen- und Rucksackverbot geben, eine Abgabemöglichkeit wird nicht vorhanden sein. Aus diesem Grund empfehlen die Gesetzeshüter dringend Wertsachen nicht im Auto zu lassen, da Kfz-Aufbrecher die Verstecke kennen und die Gelegenheiten nutzen.

Kein Zaun um das Gelände

Anders als beim Oktoberfest in München wird es beim Bremer Freimarkt keinen Zaun rund um das Gelände geben, Rucksäcke und Taschen bleiben erlaubt. Allerdings werden an den Zelteingängen vermehrt Personen und mitgeführte Taschen kontrolliert.

Rolf Herderhorst geht nicht davon aus, dass die Sorgen um die Sicherheit die Besucherzahlen beeinträchtigen könnten. Der Geschäftsführer des Vereins der Schausteller und Marktkaufleute Bremen betont: „Ich denke, die getroffenen Maßnahmen sind notwendig und ausreichend für den Markt.“ Die Reduzierung der Eingänge und das erhöhte Personal von Sicherheitsdiensten und Polizei seien eine moderate Regelung. Das Volksfest einzuzäunen, widerspreche dem Namen Freimarkt ja schon per se.

Von Pascal Faltermann


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